Die Modellbahnmodule – Teil 13 – erstes Segment für “Teppichbahning plus”

Platzmangel führt bei Modellbahnfreunden immer wieder zu Lösungen, die von der klassichen Modelleisenbahnplatte abweichen. Der Aufbau und Betrieb der hier in mehreren Teilen beschriebenen Modellbahnmodule sollte an sich auf der Höhe der Modellbahnplatte stattfinden. In Gesprächen mit anderen Infizierten entwickelte sich aber die Idee von “Teppichbahning plus”. Sie schließt die vorhandenen Module ein, verlagert jedoch die Arbeitshöhe von oben auf den Fußboden und schafft einen Zugang (eigentlich Zufahrt) von auf dem Boden verlegten Bettungsgleis.

Das aus Teil 12 vorgestellte Modul wird nun umgebaut und später mit einem Anbau ergänzt.

Wie oben schon erwähnt, war das bisherige Konzept wenig praxisorientiert, da man für einen richtigen Modellbahn-Betrieb ziemlich viele Module und Segmente benötigt hätte, vor allem, wenn man Züge einsetzen möchte, die aus mehreren vierachsigen Wagen bestehen. Da kam das Teppichbahning-Konzept gerade richtig und so wurde aus Module plus Teppichbahning eben mal schnell „Teppichbahning plus“.

Nun benötigte man eine Schnittstelle zwischen den mittlerweile von den Böcken genommenen Modulen in etwa 14cm Höhe (gemessen SO) und den Roco geoLine-Gleisen des Teppichbahnings.

Um der Streckenführung den nötigen Thrill zu verpassen, genügte es mir nicht, nur eine einfache Rampe als Adapter zwischen Bettungsgleis am Boden und den auf den Holzkästen liegenden Gleisen zu bauen. Es musste was anderes her. Daher entschied ich, das Kurvenmodul so umzubauen, dass auf ihm eine Zugkreuzung in zwei Ebenen stattfinden kann.

Das erste Bild zeigt das Kuvenmodul-Ende im originalem Zustand.

Noch das unbehandelte Ende

Noch das unbehandelte Ende

An diesem Ende sollte aber nicht nur eine Rampe für das Gleis sein, sondern irrwitzigerweise sollte ein zweites Gleis auf der Fläche des Kastens über das erste, geneigte Gleis führen. So wurde das Ende des Kastens dann gestaltet.

Ande des Segments angepasst und schon eingeschnitten

Ande des Segments angepasst und schon eingeschnitten

Ein Kastenbrett kleiner eingepasst für die Rampe

Ein Kastenbrett kleiner eingepasst für die Rampe

Die Neigungen der Rampen sollten sich möglichst an den Vorgaben der NEM orientieren, was fast gelang. Die dort hinterlegten Maße sorgten dafür, dass der untere Streckenast nicht auf Länge der Holzkasten bis zum Boden reichte – es war also noch mehr Strecke für das Erreichen der H0-Bettungsgleise nötig. Der obere Streckenast hatte das Problems des S-Bogens, einer Steigung und am Ende des Segments (mittlerweile war es ja eins) sollte das Gleis waagerecht enden. Die Streckenäste mussten so viel Höhe überwinden, dass trotzdem eine Oberleitung möglich war – natürlich mit den Fahrdrahtangaben nach NEM.

Die Trassen wurden aus dem Sperrholz der Oberfläche des Segments geformt. Der untere Streckenast vollständig, der obere halb.

Rampen schon erkennbar

Rampen schon erkennbar

Kompromiss: Rampen nicht zu steil, aber Kreuzung noch auf dem Segment

Kompromiss: Rampen nicht zu steil, aber Kreuzung noch auf dem Segment

Segmentkasten von vorn

Segmentkasten von vorn

Der Rest der oberen Zweigs wurde durch ein anderes Stück des schon verwendeten Sperrholzes ausgeschnitten.

Vobereitung für die Rampe nach oben

Vobereitung für die Rampe nach oben

Für die Trassierung mussten Holzklötzer in der geeigneten Höhe angefertigt werden. Damit die Verbindung stabil genug ist, wurden die Klötzer mit dem Untergrund verschraubt. Sie sind nämlich für die Form der Trasse zuständig, immerhin sind oben diverse Anforderungen gestellt worden.

Eine Lehre für die Durchfahrtshöhe hilft weiter

Eine Lehre für die Durchfahrtshöhe hilft weiter

Zur endgültigen Festlegung des oberen Streckenastes kam es erst relativ spät – die Geländedecke sollte endlich fertig werden und die Böschung verklebt. Diese übrigens in der Neigung nach Maßgabe der NEM.

Rampenbrett aufgelegt

Rampenbrett aufgelegt

Wie auf den Bildern oben schon zu sehen war, ist die umgebaute H0-Weiche für das Brückensegment (so nennen wir es einfach mal) verwendet worden. Das Ende an dieser Seite wurde so verändert, dass die längste Modulseite eine Linie mit den anderen aneinandergefügten Kästen bildet. Das ermöglichte auch eine bessere Unterbringung der Modulkästen bei Betriebsruhe (siehe Artikel Teil 11 – Verschraubung und Unterbringung der Module).

Übergang zum geraden Modul

Übergang zum geraden Modul

Folgende Arbeiten standen nun an, wurden zwar nicht dokumentiert, aber in gleiche Art und Weise im folgenden Kapitel beim Anbau dargestellt – im nächsten Teil.

  • Fundamente für die Oberleitungsmasten herstellen und befestigen
  • Böschungsbau aus Pappmaché

Die Begrünung wurde mit dem bekannten Kunstrasen und den Kunststoffflaschen vorgenommen. Die Brücke wurde mit seitlich angeklebten Pappstreifen gestaltet. Diese wurden beton-grau angemalt. An die Seite des Brückensegments kam noch ein Stück Landstraße als Gestaltungselement. Die beiden folgenden Bilder zeigen das Brückensegment aus der Vogelperspektive.

Schon etwas Landschaft auf dem Brücken-Segment zu sehen

Schon etwas Landschaft auf dem Brücken-Segment zu sehen

Etwas Straße rundet die Gestaltung ab

Etwas Straße rundet die Gestaltung ab

Der Anschluss des oberen Gleises wurde so gestaltet, dass es möglich ist, ein Roco geoLine-Gleis dort anzustecken und ein improvisiertes Viadukt zu bauen. Des weiteren sollte man auch ein weiteres selbst gebautes Stück Gleistrasse anschließen können.

Testfahrt mit der Roco V100 durch die Brücke

Testfahrt mit der Roco V100 durch die Brücke

Vor der Weiche sind Signale aufgestellt worden, die die Zufahrt auf das eingleisige Stück regeln sollen. Diese sind so geschaltet, dass im Gleis ein Signal erzeugt wird, das Fahrzeuge mit ABC-fähigen Decodern anhalten lässt.

Signale mit Zugbeinflussung sorgen für Sicherheit

Signale mit Zugbeinflussung sorgen für Sicherheit

Viele kleine Dinge können noch weiter vervollständigt werden, wie z.B. Installation von Weichen-Grenzzeichen. Um den Anschluss des Gleises am Abzweig nach unten geht es beim nächsten Mal.

16. August 2011 von Linus

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Kommentare, Fragen und Tipps

3 Beiträge zu “Die Modellbahnmodule – Teil 13 – erstes Segment für “Teppichbahning plus””

  1. Alexander schreibt am 23. November 2011 um 15:33:

    Ich hab das Konzept des “Teppichbahning plus” nicht ganz verstanden. Du kombiniert/verbindest fertige Module von dir mit “losen” Gleisen, die du einfach auf dem Teppich verlegst?

  2. Linus schreibt am 23. November 2011 um 23:33:

    Im nächsten noch folgenden Beitrag wird gezeigt, wie die Verbindung zu den Fußbodengleisen umgesetzt wird. Schon mehrfach ausprobiert und funktioniert super. Das Thema Teppichbahning plus ist auch nicht von uns erfunden, sondern hier schonmal behandelt worden: http://www.nexusboard.net/showthread.php?siteid=2408&threadid=306896
    Grüße!

  3. Die Modellbahn und ihr Vorbild » Die Modellbahnmodule – Teil 14 – weiteres Segment für “Teppichbahning plus” schreibt am 03. Januar 2012 um 06:39:

    […] in Teil 13 über das erste Segment für Teppichbahning plus schon erwähnt, reichte das ehemalige Kurvenmodul natürlich nicht aus, um die nötige Strecke mit […]

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