Umbau einer H0-Piko-Hohlprofilweiche aus DDR-Produktion auf A-Gleis-Profile

In irgendeiner Kiste gammelten noch Reste von Gleisen aus DDR-Zeiten herum, unter denen sich auch eine Weiche mit den alten Hohlprofilen von Piko befand. Die Hohlprofile waren vom Zahn der Zeit schon ziemlich angerostet, so dass man die Weiche wegen zu erwartender Kontaktprobleme nicht einfach so verwenden konnte und die Optik sich nicht verbessert hätte. Sie wegzuschmeißen war zu schade, daher probierte ich mal aus, ob man sie nicht “modernisieren” kann. Zudem war die H0-Weiche auch noch mit einem gut funktionierendem, elektromagnetischen Weichenantrieb versehen.

Die Modellbahn-Module boten ein einladenes Umfeld, um den Umbau sogleich in ein aktuelles Projekt einarbeiten zu können.

Diese Anleitung zeigt den Umbau diese Weiche von Hohlprofil auf A-Gleis-Profil.

Noch unbehandelt: Piko-Hohlprofilweiche aus DDR-Produktion

Noch unbehandelt: Piko-Hohlprofilweiche aus DDR-Produktion

Detail: rostige Schienenprofile an der H0-Weiche

Detail: rostige Schienenprofile an der H0-Weiche

An den Modellbahn-Modulen ist ab Bauabschnitt 3 mit Piko-A-Gleisen gearbeitet worden, weshalb sich anbot, die Hohlprofilschienen der alten DDR-Weiche durch die Schienenprofile des modernen A-Gleises zu ersetzen.

Piko-A-Gleis-Schienenprofil als neue Ausstattung für die alte Weiche

Piko-A-Gleis-Schienenprofil als neue Ausstattung für die alte Weiche

In einem späteren Artikel wird noch auf den Untergrund eingegangen, auf dem die neue Weiche fest installiert wird.

Untergrund für die umgebaute Weiche

Untergrund für die umgebaute Weiche

Auf diesem hölzernen Untergrund wird eine Korkunterlage montiert, wie sie schon bei den anderen Anwendungen für das Piko-A-Gleis verwendet wurde. Die Unterlage ist so geformt, dass sie den Konturen der H0-Weiche entspricht.

Korkunterlage für die "neue" Weiche

Korkunterlage für die "neue" Weiche

Eine Liegeprobe zeigt, wo sich die Weiche später befinden wird. Noch sind die alten (r)ostigen Hohlprofile dran.

Liegeprobe: die alte Weiche auf der Korkunterlage

Liegeprobe: die alte Weiche auf der Korkunterlage

Nun ist es Zeit, die beiden äußeren neuen A-Gleis-Schienenprofile vorzubereiten. Sie werden auf Länge geschnitten, und durch Vergleichen mit der Vorlage an der noch unversehrten Weiche wird die Schiene des Abzweigs zurechtgebogen.

Piko-A-Gleis-Schienenprofile: oberes für den Gerade-aus-Strang, unten gebogen die Abbiegung

Piko-A-Gleis-Schienenprofile: oberes für den Gerade-aus-Strang, unten gebogen die Abbiegung

Erst dann wird die alte Weiche auseinandergenommen. Die Hohlprofile kann man durch Aufbiegen der Haltelaschen entfernen.

Entfernen der alten Schienenprofile

Entfernen der alten Schienenprofile

Eine Überraschung wartet aber nach dem Entfernen der Hohlprofile auf den Bastler: Haltestege sorgten dafür, dass die Hohlprofile nicht außer Form geraten.

Nach Entfernen der Hohlprofile: Stege als Halterung - müssen weg

Nach Entfernen der Hohlprofile: Stege als Halterung - müssen weg

Mit einem scharfen Bastelmesser kann man den Stegen zu Leibe rücken. Es entsteht eine ebene Fläche für die A-Gleis-Profile.

Weg: scharfes Messer als Werkzeug zum Entfernen nutzen

Weg: scharfes Messer als Werkzeug zum Entfernen nutzen

Bevor das moderne Schienenprofil nun an die Stelle des alten Hohlprofils kommen kann, muss das Profil selbst erst mit einer Modifikation versehen werden. Denn dort, wo die Weichenzunge später für die Abzweigung anliegt, muss eine Aussparung herausgefeilt werden. Sonst gibt es einen Abstand zwischen Schiene und Weichenzunge und der Spurkranz wird nicht in die richtige Richtung gelenkt.

A-Gleis-Profil: ausgefeiltes Stück für die Weichenzunge

A-Gleis-Profil: ausgefeiltes Stück für die Weichenzunge

Die Befestigung der neuen Schienenprofile steht als Nächstes an. Da es keine guten Fixiermöglichkeiten an der alten Weiche selbst gibt, müssen die Profile direkt mit dem Untergrund verbunden werden. Das wurde mittels Messingschrauben umgesetzt. Messing deshalb, weil man dieses Material gut löten kann und somit die Profile mit einem einfachen Arbeitsschritt verankert sind. Die Schrauben müssen die richtige Höhe im Untergrund haben, damit die Schienenprofile ebenfalls korrekt sitzen können. Verlötet wird aber erst später.

Messingschrauben als Halter für die neuen Schienenprofile

Messingschrauben als Halter für die neuen Schienenprofile

Damit die Schienenprofile an die Messingschrauben angelötet werden können, müssen noch Ausschnitte in die Kunststoffschwellen der Weiche kommen. Oder anders herum: Man legt vorher die Ausschnitte fest und dann kommen die Schrauben ins Holz.

Ausschnitte in den Kunststoffschwellen für Schrauben

Ausschnitte in den Kunststoffschwellen für Schrauben

Am Gleisübergang werden einzelne Schwellen des A-Gleises so modifiziert, dass sie als Halterung der neuen Schienenprofile dienen. Außerdem sollen die Messingschrauben kaschiert werden.

Übergang mit Schrauben und A-Gleis-Schwelle

Übergang mit Schrauben und A-Gleis-Schwelle

Bei einer Probe mit den neuen Profilen sieht man schon, wie gut sich der Übergang später machen wird. Außerdem kann man die Aussparung für die Weichenzunge erkennen.

A-Gleis-Profile an ihrem neuen Platz

A-Gleis-Profile an ihrem neuen Platz

Das nächste Bild zeigt die Weiche mit den beiden neuen äußeren Schienenprofilen. Die Übergänge der beiden anderen Anschlüsse ist aber noch nicht fertig.

Die neuen Außenprofile fertig vorbereitet

Die neuen Außenprofile fertig vorbereitet

Diese Übergänge werden vom alten Schwellenbett befreit. Das dient auch dazu, den neuen Profilen einen guten Halt zu geben und die Spur vorzugeben. Fixiert werden die Profile dann löterisch an den Messingschrauben.

Entfernung eines Teils der alten Schwellen

Entfernung eines Teils der alten Schwellen

A-Gleis-Schwellen an Stelle der alten Schwellen

A-Gleis-Schwellen an Stelle der alten Schwellen

Wenn nun die beiden äußeren Schienen an den Schrauben angelötet sind, kann man sich an die Anpassung der inneren Profile wagen. Sie müssen so positioniert sein, dass sie keinen Kontakt zum Herzstück der Weiche haben, sonst gibt’s ‘nen Kurzschluss. Die Schienen müssen natürlich elektrisch mit den dazugehörigen verbunden werden. Das kann mit kleinen Kabeln geschehen, die man unten anlötet.

Einpassen der inneren Profile

Einpassen der inneren Profile

A-Gleis-Schwellen halten die neuen Profile

A-Gleis-Schwellen halten die neuen Profile

Mit einem Lötkolben werden die Schienenprofile so erwärmt, dass sie leicht in das Kunststoff einsinken und die gleiche Höhe wie das Herzstück haben.

Mit Lötkolben Anpassung an alte Schwellen vornehmen

Mit Lötkolben Anpassung an alte Schwellen vornehmen

Zur Ergänzung sollte erwähnt werden, dass eine weitere Messingschraube neben eines der Schienenprofile eingesetzt worden ist, da die Schiene ihre Position im Laufe der Zeit verändert hat und so fixiert werden konnte. Durch Schotter und Farbe konnte die Schraube gut versteckt werden.

Wichtig: kein Kontakt der inneren Schienenprofile mit dem Herzstück

Wichtig: kein Kontakt der inneren Schienenprofile mit dem Herzstück

Abschließend das Bild der fertig umgebauten H0-Hohlprofilweiche aus DDR-Produktion – nun ausgestattet mit modernen Schienenprofilen vom A-Gleis.

Fertig: umgebaute Piko-Hohlprofilweiche mit A-Gleis-Schienenprofilen

Fertig: umgebaute Piko-Hohlprofilweiche mit A-Gleis-Schienenprofilen

Ein Detailfoto zeigt, dass an diesen Stellen nahtlos mit dem Bau der Trasse weitergemacht werden kann.

Detail: Schnittstellen der beiden Abgänge der neuen H0-Weiche

Detail: Schnittstellen der beiden Abgänge der neuen H0-Weiche

Wie viele Basteleien im Modellbahn-Bereich kann man sich hier die Frage nach der Sinnhaftigkeit solch eines Umbaus stellen. Ich persönlich fand es spannend, ob man die Frage nach der Machbarkeit mit „Ja“ beantworten kann. Natürlich sind Einschränkungen durch den fixierten Ort vorhanden, aber trotz allem ist der Umbau der Weiche gelungen.

24. Mai 2011 von Linus

Stichworte: , , , , ,
Abgelegt unter Gleisbau, Hersteller, Piko | Kommentare (7)

 
 

Nie wieder einen Beitrag verpassen mit dem individuellen Benachrichtigungsservice!

 
 

Andere Artikel



Kommentare, Fragen und Tipps

7 Beiträge zu “Umbau einer H0-Piko-Hohlprofilweiche aus DDR-Produktion auf A-Gleis-Profile”

  1. Alexander schreibt am 12. November 2011 um 12:10:

    hallöchen zusammen, hab mal eine frage zu dieser weiche.
    habe diese weiche und auch ältere modelle in meinem besitz, nun lagen diese viele jahre (ca.20) im koffer.nun hab ich aber das problem, das ich nicht mehr weiß, wie man sie anschließt.kann mir da jemand helfen?

  2. Linus schreibt am 22. November 2011 um 22:26:

    Hi Alexander,
    ich muss mal nachsehen, wie die Kontakte belegt sind. Ansonsten schau doch mal auf die Unterseite. Da ist doch das Kunststoff durchsichtig und man kann sehen, welche Drähte an die Spule gehen.

  3. Markus W. schreibt am 24. November 2011 um 18:25:

    Die Schaltkontakte für die beiden Spulen sind selbsterklärend – da, woe der Antrieb am breitesten ist. Von den Spulen aus kommt zunächst der Massekontakt für die Spulen, dann der Zuführungskontakt für den Umschalter, und dann die beiden Umschaltkontakte. Diese können z.B. für Rückmeldung verwendet werden.

  4. Linus schreibt am 02. Dezember 2011 um 10:43:

    So, ich hab nochmal nachgesehen. Man kann ja den Nummern auf dem Gehäuse der DDR-Piko-Weiche die Anschlüsse zuordnen:
    1 – Rückmeldekontakt für Geradeaus-Fahrt
    2 – Rückmeldekontakt für Abzweigung
    3 – gemeinsamer Rückleiter Rückmeldung
    4 – gemeinsamer Anschluss für die Weichenansteuerung
    5 – Spulenanschluss für Stellung geradeaus
    6 – Spulenanschluss für Stellung Abzweig
    Für das Ansteuern der Weiche sind also nur die Anschlüsse 4 bis 6 notwendig.

  5. Alexander schreibt am 02. Dezember 2011 um 21:59:

    Hallo Linus, Hallo Markus W.

    habe es hinbekommen, habe einfach mal eine weiche, die ich nicht verbaut habe genommen und habe probiert. zum glück funzt sie noch. habe es auf anhieb geschafft, danke euch.

  6. Manfred Heinen schreibt am 24. Dezember 2011 um 02:34:

    Habe einige Pikoweichen welche unten geöffnet sind. Ich weiß nicht, wie die einzelnen Teile liegen müssen. Hat jemand Aufnahmen von Unten, damit ich die Einzelteile wieder richtig einlegen kann? Bitte um Bilder an meine emailadresse. Vieeelen Dank

  7. Stefan K. schreibt am 23. Juni 2015 um 16:39:

    Habe verschiedenes Gleismaterial von DDR-Zeiten erhalten (PIKO HO Hohlprofil). Würde es gerne umrüsten auf PIKO A-Gleis. Woher erhalte ich das A-Gleisprofil??
    Wäre Euch dankbar für einen Tip.
    Herzlichen Dank Stefan

Hier kann man den Artikel kommentieren, eine Frage stellen oder etwas ergänzen.

Wir müssen uns aber ohne Angabe von Gründen vorbehalten, hier Hinterlassenes zu kürzen oder zu löschen.

Letzte Kommentare

  • werner,klaus-peter: kann mann eine innenbeleucchtung(glühbir...
  • Peter Natz: Hallo G. Stern Mit dem BM 1 geht das nicht, da...
  • Stefan K.: Habe verschiedenes Gleismaterial von DDR-Zeiten...
  • karl: Roco HO weichenantrieb schalted nur in eine richtung!...
  • G.Stern: Hallo, wer kann mir helfen? Benötige einen Schaltplan...

Zuletzt erschienen

Stichwortwolke