Eine Roco H0-BR111 in orientrot wird wieder hergerichtet – Teil 2

Nachdem wir uns einen Überblick verschafft haben, was in etwa für Arbeiten an der BR111 von Roco zu bewerkstelligen sind, werden nun die ersten Schritte für die Aufarbeitung vollzogen. Da der Umfang der Tätigkeiten recht groß war, sind die Artikel zur Sanierung der H0-Elektrolok in mechanischen und elektrischen Teil aufgeteilt werden.

Beginnen soll die Darstellung mit dem Herrichten des Gehäuses, das ja durch die Aufkleber stark beschädigt worden ist. Der Plan war, die Stellen einzuebnen und die durch den Klebstoff entstandenen Löcher zu verschließen.

Das Gehäuse der Roco BR111 während der Bearbeitung: Links bereits beschliffen, rechts noch beschädigt

Das Gehäuse der Roco BR111 während der Bearbeitung: Links bereits beschliffen, rechts noch beschädigt

Der Plan war, die Stellen einzuebnen und die durch den Klebstoff entstandenen Löcher zu verschließen. Dazu wird normale Spachtelmasse benutzt, wie man sie üblicherweise für Bastelzwecke hernimmt.

Die andere Seite der Elektrolok war nicht so stark mitgenommen

Die andere Seite der Elektrolok war nicht so stark mitgenommen

Das bedeutet: schleifen, spachteln, wieder schleifen und wieder schleifen und wenns noch nicht glatt genug ist, das ganze noch einmal. Dabei darauf achten, dass die Stellen außenrum nicht beschädigt werden. Denn diese sollten so belassen werden. Dazu gehört bspw. die Nummer und die Anschriften. Das Logo der Deutschen Bundesbahn ist ja sowieso überklebt worden und muss ersetzt werden.

Einsatz der Airbrush zum Einfärben der vorbereiteten Stellen

Einsatz der Airbrush zum Einfärben der vorbereiteten Stellen

Nun kommt die Airbrush zum Einsatz. Zuvor müssen noch die Stellen rund herum geschützt werden. Das kann man einfach mit Klebekrepp realisieren.

Ergebnis der Lackierarbeiten auf der einen Seite

Ergebnis der Lackierarbeiten auf der einen Seite

Großflächigeren Airbrusheinsatz auf der anderen Seite

Großflächigeren Airbrusheinsatz auf der anderen Seite

Nun sind auf beiden Seiten der Lok die Stellen als Ausbesserungslackierarbeiten zu sehen. Bei der farblichen Behandlung ist aber der braune Rand der Lüftergitter bzw. der mittigen Fenster beschädigt worden.

Abkleben mit Klebeband für die Lüfterumrandung

Abkleben mit Klebeband für die Lüfterumrandung

Diese Stellen werden ebenfalls abgeklebt und ggf. vorher die Ränder der roten Farbe plan geschliffen. Dann hat man ein Gehäuse, dass wie ein reparierter bzw. ausgebesserter Lokkasten aussieht.

Ausgebesserte rote und braune Stellen

Ausgebesserte rote und braune Stellen

Beide Seiten per Airbrush farblich wieder hergestellt

Beide Seiten per Airbrush farblich wieder hergestellt

Bevor nun das DB-Logo auf den Lokkasten kommt, muss erst einmal das Dach eine Aufbesserung bekommen.

Dachgarten noch chaotisch

Dachgarten noch chaotisch

Haube wieder aufgesetzt

Haube wieder aufgesetzt

Nach dem Aufsetzen der Dachhaube und der Internetrecherche bzgl. der eigentlichen Gestaltung des Dachgartens der BR111 wurden die Maßnahmen zur Umgestaltung getroffen. Das betrifft vor allem den falsch herum aufgesetzten Hauptschalter oder falsch angeordneter Isolatoren.

Neue Löcher für den Hauptschalter, überflüssiges Loch verschlossen

Neue Löcher für den Hauptschalter, überflüssiges Loch verschlossen

Isolatoren aufgesetzt, teilweise neu hergestellt

Isolatoren aufgesetzt, teilweise neu hergestellt

Des weiteren waren teilweise Isolatoren verschwunden, die ersetzt werden mussten. Dazu verwendet man einfach Modell-Isolatoren für die Spur TT, die man im Modellbahnfachhandel kaufen kann. Diese sind eigentlich hohl, mit einem Stück eingeklebten Draht kann man sie dann aber in den Löchern auf dem Dach der BR111 fixieren.

Farbliche Behandlung der Spachtelstellen

Farbliche Behandlung der Spachtelstellen

Nun alle Isolatoren vorhanden

Nun alle Isolatoren vorhanden

An einer anderen BR111 konnte ich sehen, wie die originale Roco-Hochspannungsdachleitung auf dem Dach gestaltet ist. Mit einer Öse hat die abzweigende Dachleitung eine Verbindung zur durchgehenden. Das sah alles andere als filigran aus, weshalb ich beschloss eine neue und schlankere Dachleitung zu bauen.

Herstellung der Hochspannungsleitung aus 0,4mm verzinntem Kupferdraht

Herstellung der Hochspannungsleitung aus 0,4mm verzinntem Kupferdraht

Dachleitung rot lackiert

Dachleitung rot lackiert

Anhand der Vorlage konnte die neue Dachleitung gestaltet und montiert werden. Roco hat dazu die Drähte durch Ösen an der Oberseite der Isolatoren geschoben. Das war mit der neuen feststehenden Dachleitung aber nicht mehr möglich. Auch wegen der besseren Optik (und der neuen Isolatoren ohne Öse oben) wurden alle Ösen entfernt und die neue Dachleitung auf die Isolatoren aufgeklebt.

Dachleitung an der BR111 von Roco montiert

Dachleitung an der BR111 von Roco montiert

Dabei musste recht präzise gearbeitet werden, da keine Führung der Dachleitung mehr vorhanden war.

Detailansicht des Dachgartens an der H0-BR111, Montage des DB-Logos

Detailansicht des Dachgartens an der H0-BR111, Montage des DB-Logos

Nun war der Lokkasten soweit fertig, dass auch das Logo der DB angebracht werden. Dazu habe ich Abreibelogos aus dem Modellbahnfachhandel genommen.

Im nächsten Teil wird gezeigt, wie per Airbrush Alterungsspuren aufgebracht wurden – danach folgt die Beschreibung des elektrischen Umbaus mit der gleichzeitig umgesetzten Digitalierung der Roco BR111.

07. Mai 2011 von Linus

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Kommentare, Fragen und Tipps

Ein Beitrag zu “Eine Roco H0-BR111 in orientrot wird wieder hergerichtet – Teil 2”

  1. Die Modellbahn und ihr Vorbild » Eine Roco H0-BR111 in orientrot wird wieder hergerichtet – Teil 3 schreibt am 29. Juni 2011 um 19:48:

    […] Lok trug nach sorglosem Umgang mit Klebstoff und ÖBB-Logos bleibende Schäden davon, die im zweiten Teil behandelt worden sind. Nun soll es um die Alterung der BR111 gehen, was in einigen Schritten auch im Bild […]

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