Digitalisierung und Steuerabteil-Umbau eines H0-DR-Doppelstockzuges DBze – Teil 2

Hier soll es nun, wie versprochen, um die Fortführung des Umbaus des alten H0-DDR-Dostos gehen. Im ersten Teil war bereits über die Innenbeleuchtung mit LEDs und die Modifizierung des Gehäuses geschrieben worden. Nun folgen die restlichen Arbeitsschritte bis zur Fertigstellung des Doppelstockzuges. Dazu gehört die Ausrüstung des H0-Modells mit einem digitalen Funktionsdecoder von Tams, den Einbau des Dreilicht-Spitzensignals und der Reparatur und Superung der Pufferbohle.

Anschluss des Decoders

Der kleine Tams-Funktionsdecoder kommt ohne Kabel und ist mit etwa 10.- ein preiswertes Bauteil, das zum einfachen Umrüsten eines Steuerwagens hervorragend geeignet ist. Da klar war, dass verschiedene Tests mit der Verkabelung und dessen Verlegung anstanden, wurde der Decoder mit ein paar Kabeln und einem Stecker versehen. Daher konnte er außerhalb der Testphasen abgezogen werden und war geschützt vor Zerstörung durch statische Aufladung.

Vorbereitung: Decoder bekommt Kabel und Stecker

Wenige Zentimeter Kabel waren ausreichend, um den Decoder mit einem Mini-Stecker zu verbinden. Diese Stecker kann man andersherum auch als Buchsen hernehmen, so dass am Kabelbaum des Doppelstock-Zuges einfach das gleiche Teil als Anschlussbuchse angelötet werden konnte. Auf den Bildern schlecht zu erkennen, hat ein Kabel eine andere Farbe als die restlichen. Somit bewerkstelligen wir einen einfachen Verpolungsschutz.

Einheit: Funktionsdecoder nun zum Stecken

Spitzensignal

Nun war die Umsetung des Dreilicht-Spitzensignals am Steuerwagen des Doppelstock-Fahrzeuges an der Reihe. Da die Lampen für Vorwärts- und Rückwärtsfahrt gertrennt angeordnet sind, kann man bequem die Leuchtmittel nebeneinander platzieren. Das geschah auf einer zurechtgeschnittenen Lochrasterplatine, die genau zwischen die Seitenwände des Gehäuses passt. Auf die Platine sind die LEDs und die Vorwiderstände gelötet worden.

Lötaktion: Platine mit LEDs für Spitzensignal

Mit drei Kaben wird die Platine zum o.g. Stecker geführt. Die Plusleitung dient als Spannungsversorgung für beide Farben, die beiden Minusleitungen werden vom Decoder geschaltet. Man muss auf die richtige Stellung der LEDs achten, damit sie auch wirklich leuchten.

LEDs und Widerstände auf der Lochrasterplatine

Damit an der Vorderseite des Steuerwagens auch wirklich Licht ankommt, wurden kurze Lichtleiter eingesetzt, die aus abgeschnittenen Stücken eines Acrylglas-Rundstabes hergestellt worden sind. Damit das Licht aber nur vorn rauskommt, wurden Schrumpfschläuche so an den Lichtleitern befestigt, dass man von hinten die LEDs nur hineinschieben braucht. Man muss also nur vorn Wärme an die Schrumpfschläuche bringen.

Acrylglas als Lichtleiter, Schrumpfschlauch als Austrittsschutz

Auf dem nächsten Bild sieht man dann das Ensemble in der Totalen. Die lose herumhängenden, blauen Schrumpfschlauchstücken dienen als Verpolungsschutz – sie sind aber noch nicht endgültig befestigt.

Steuerwagen von innen: LED-Platine, Stecker für Decoder usw.

Noch nicht erwähnt wurde, wie die Elektronik mit Spannung versorgt wird. Das geschieht, in dem Kabel an die Metallteile des Drehgestells gelötet wurden. Diese wuden dann durch Löcher im Wagenboden ins Innere geführt und an die Decoderanschlssguchse angelötet, bzw. versorgen sie den Brückengleichrichter für die Beleuchtung.

Mit dem Einbau der digital zu steuernden (Front-) Beleuchtung ist der elektrische Umbau des Doppelstockzuges abgeschlossen. Die Innenbeleuchtung ist immer aktiv, sobald an den Gleisen Spannung anliegt.

Steuerwagenfront: Nun mit Licht

Puffer und Pufferbohle

Für einen gelungenen Auftritt sorgt bei jedem Modelleisenbahn-Fahrzeug eine vorbildorientierte zugerüstete Pufferbohle. Bei der Front des Doppelstockzuges waren allerdings die Puffer so sehr beschädigt gewesen, dass die Stumpen, die noch übrig waren beseitigt werden mussten. Ersatz fanden Puffer aus Metall, die vor einiger Zeit als Austauschpuffer für die Bastelkiste angeschafft worden sind.

Doppelstockzugfront vor der Demontage der alten Pufferstumpen

Die verbliebenen Stumpen der Puffer sind vorsichtig mit einem scharfen Messer abgetrennt worden. Ein spitzes Skalpell eignet sich hervorragend.

Schwarz: Pufferbohle eingefärbt und mit Löchern für die Zurüstteile versehen

Nach dem planen Abtrennen der Stumpen wird festgelegt, welche Zurüstteile der Pufferbohle angebracht werden sollen. Obligatorisch sind die Pneumatikschläuche der HL und HBL sowie der UIC-Zughaken.

Der Trick: So kommen die weißen Ringe an die Puffer

Als optisches i-Tüpfelchen wollte ich Puffer mit weißen Ringen montieren. Überzeugte mich natürlich, ob es das auch beim Vorbild gab und wurde dort fündig. Man kann auch sehen, dass die Lampenringe nicht silbern sind. Diese Variante findet man auch häufig auf Bildern.

Fast fertig: Die Dosto-Front mit Puffern, Haltestangen und Scheibenwischern

Nach den groben Arbeiten – dem Bohren der Löcher für die Zurüstteile – konnten die filigranen Teile montiert werden. Dazu gehören vor allem die Haltestangen und die winzigen Scheibenwischer. Natürlich wurden diese vorher farblich behandelt.

Zugerüstete Pufferbohle am Steuerwagen: Pneumatikschläuche und UIC-Kupplung

Nun konnten die restlichen Teile montiert werden.

Funktion

Nach diesen Schritten ist der größte Teil der Umbaumaßnahmen geschafft. Es fehlt der gelb-orange Streifen zwischen den Scheinwerfern – er muss nur zurechtgeschnitten werden und aufgeklebt.

Gelungener Steuerwagen-Umbau: H0-Reichsbahn-Doppelstock-Zug bei Stellprobe

Gelungener Steuerwagen-Umbau: H0-Reichsbahn-Doppelstock-Zug bei Stellprobe

Außerdem ist der Kupplungsumbau offen. Die Kurzkupplungskulisse zum Nachrüsten liegt schon bereit, aber die weiterführenden Arbeiten lassen noch auf sich warten… Wenn das nicht klappt, wird am Drehgestell ein Normschacht montiert, damit man Kurzkupplungen montieren kann. Diese sollen dann den Betrieb bei geschobenem Zug sicherstellen.

Rücklicht: Rote Lampen digital geschaltet

Steuerwagen voraus: Dreilicht-Spitzensignal eingeschaltet

Aus: Licht am Steuerwagen deaktiviert

Vorbildgerecht: Antriebseinheit in Form einer DR-V100

Bis hierhin macht der umgebaute Zug aber schon sehr viel Spaß. Auch mit der alten Bügelkupplung verhakt sich im Schiebebetrieb selten etwas. Natürlich bei ordentlich verlegtem Gleis. Beim folgenden Video kann man sich kurz einen Eindruck von der Beleuchtung am Steuerwagen des H0-DDR-Doppelstock-Zuges machen.

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Die hier gezeigten Umbaumaßnahmen sind nicht nur beschränkt auf den Doppelstock-Zug aus DDR-Zeiten. Beispielsweise kann die Ausrüstung mit dem Dreilicht-Spitzensignal auch bei anderen Steuerwagen erfolgen, wie z.B. bei Interregio-Steuerwagen, Silberling-Steuerwagen oder moderne Doppelstocksteuerwagen. Diverse dieser H0-Fahrzeuge stehen noch im Regal und warten auf einen Umbau…

30. Juni 2010 von Linus

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Kommentare, Fragen und Tipps

2 Beiträge zu “Digitalisierung und Steuerabteil-Umbau eines H0-DR-Doppelstockzuges DBze – Teil 2”

  1. Die Modellbahn und ihr Vorbild » Eine Roco H0-BR111 in orientrot wird wieder hergerichtet – Teil 3 schreibt am 29. Juni 2011 um 19:48:

    […] sind übrigens mal als Ersatzteil in etwas größerer Stückzahl gekauft worden und bspw. bei der Reparatur der Puffer beim Doppelstockzug. Nach weiterer Bearbeitung der Pufferbohle: Montage der neuen Puffer Noch glänzen die neuen […]

  2. Die Modellbahn und ihr Vorbild » Ausflug in die Welt der Digital-Decoder schreibt am 26. September 2011 um 08:51:

    […] kann man schon für etwa 10.- Euro erwerben. Einer dieser Decoder ist auch schon beim Umbau des Doppelstockzuges zum Einsatz gekommen. Tams Basic mit angelötetem […]

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